Reformkräfte stellen Forderungen an Bischöfe
Weiterhin konsequent an einer synodalen Kirche arbeiten
Düsseldorf/Fulda, 23. September 2026. Von der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erwarten der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e. V. und Wir sind Kirche klare Entscheidungen und konkrete Schritte: Die Beschlüsse des Synodalen Weges müssen in den Bistümern konsequent umgesetzt und Synodalität im kirchlichen Alltag spürbar werden.
Frauen nicht von der Verkündigung ausschließen:
Besonders deutlich zeige sich der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim Predigtverbot für Lai*innen in der Eucharistiefeier. Die Entscheidung aus Rom, die Homilie weiterhin grundsätzlich dem geweihten Amt vorzubehalten, sei realitätsfern, verkenne eine seit langem gut eingeübte Praxis und schließe insbesondere Frauen strukturell von Verkündigung und Teilhabe aus.
KDFB, kfd und Wir sind Kirche erwarten nun, dass die deutschen Bischöfe dieses Verbot nicht einfach hinnehmen, sondern vorhandene kirchenrechtliche Spielräume nutzen und sich zugleich weiter für eine Änderung des Kirchenrechts einsetzen.
Geschlechtergerechtigkeit ist zentral:
Eine wichtige Weichenstellung steht bei der Wahl der Mitglieder der neuen Kommission „Frauen in sakramentalen Ämtern in einer weltweiten Perspektive“ an: Während der Herbstvollversammlung bestimmen die Bischöfe fünf Vertreter aus ihrem Kreis für dieses Gremium und damit auch, welche Perspektiven und Positionen die deutsche Bischofskonferenz in die weitere Debatte einbringt. Neben den fünf DBK-Mitgliedern werden fünf Vertreter*innen des ZdK in der Kommission mitarbeiten.
KDFB, kfd und Wir sind Kirche begrüßen ausdrücklich, dass die Frage des Zugangs von Frauen zum sakramentalen Amt dabei unter weltkirchlichen Aspekten beraten werden soll. Die weltweiten synodalen Beratungen und insbesondere die Ergebnisse der Studiengruppe zur Rolle der Frauen haben deutlich gemacht: Die „Frauenfrage“ ist ein zentrales „Zeichen der Zeit“ und darf nicht weiter vertagt werden.
Demokratie stärken
Auch mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche erwarten die drei Gruppen eine klare Haltung der Bischöfe. Angesichts des Erstarkens rechtsextremer und autoritärer Kräfte kommt den Kirchen eine besondere Verantwortung für die Demokratie zu. Diese sollte unbedingt in breiter christlicher Ökumene wahrgenommen werden.
KDFB, kfd und Wir sind Kirche nehmen wohlwollend zur Kenntnis, dass die Bischöfe sich diesem Thema widmen und ermutigen sie, sich weiter klar gegen die politische Vereinnahmung des Christentums, Ausgrenzung und gesellschaftliche Spaltung zu stellen. Demokratie lebt von Teilhabe, Dialog, Solidarität und Kompromissbereitschaft – eine synodale Kirche kann und muss hier Vorbild sein.
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