Digitale Gewalt lässt Frauen online verstummen
Digitale und KI-gestützte sexualisierte Gewalt prägt nicht nur die unmittelbar Betroffenen. Sie hinterlässt Spuren im Verhalten von Frauen weit über konkrete Gewalterfahrungen hinaus.
Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Deutschen Frauenrats unter 1.380 Frauen zwischen 18 und 74 Jahren.
Demnach verändern zwei Drittel der Frauen aus Sorge vor digitaler Gewalt ihr Verhalten im Internet: Sie teilen weniger Bilder, verzichten auf Online-Aktivitäten und ziehen sich aus digitalen Räumen zurück. Besonders betroffen sind junge Frauen: Über drei Viertel beschränken ihre digitalen Aktivitäten aus Angst vor Missbrauch, zeigt die Befragung. Jede fünfte Frau zwischen 18 und 39 Jahren war bereits mit sexualisierten Deepfake-Darstellungen von sich konfrontiert. Knapp ein Drittel musste bereits erleben, dass intime Bilder ohne Einwilligung verbreitet wurden. Mehr als jeder achten Frau wurde online sexualisierte Gewalt angedroht.
Die befragten Frauen erwarten deshalb entschlossenes politisches Handeln, so der Deutsche Frauenrat: wirksamen Rechtsschutz gegen bildbasierte sexualisierte Gewalt und Deepfakes, darunter schnelle Löschung, bessere rechtliche Möglichkeiten gegen anonyme Täter*innen bis hin zu stärkeren Rechten für Betroffene.
Die ausführlichen Ergebnisse der Befragung lesen Sie hier.

