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Aufgaben und Ziele der Arbeitsstelle

In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche fragen Frauen heute zunehmend nach Lebensperspektiven, die das Evangelium eröffnet. Frauenseelsorge gewinnt hier besondere Bedeutung. Aus diesem Grund fördert die Arbeitsstelle die katholische Frauenseelsorge und Frauenarbeit in Deutschland. Sie bringt ihre Anliegen in kirchliche Zusammenhänge und gesellschaftliche Debatten ein.
„Die Kirche kann gewinnen, wenn sie Frauen gewinnt“, betonte einmal der verstorbene ehemalige Vorsitzende der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft, Kardinal Georg Sterzinsky. „Für Kirche und Gesellschaft ist es wichtig, dass Frauen ihre Perspektiven einbringen und dass ihre Anliegen verstärkt zum Tragen kommen.“

Die Arbeitsstelle ist im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz tätig. Im Folgenden stellen wir Ihnen unsere Aufgaben, Ziele und Schwerpunkte vor. „Konkret“ benennt aktuelle Projekte und führt wichtige Kooperationen vor Augen.

Prof. Dr. Hildegund Keul

Schwerpunkte

Blickpunkte


Frauenseelsorge arbeitet im Zeichen missionarischer Pastoral.

Frauenseelsorge in Zeiten des Umbruchs ist Frauenseelsorge im Zeichen missionarischer Pastoral. Die Arbeitsstelle nimmt daher die Umbrüche im Leben von Frauen in den Blick: Umgestaltungen im Arbeitsleben; Veränderungen im Generationenverhältnis und im Leben mit Kindern; Mobilität und Kommunikation im Medienzeitalter; Pluralisierung religiöser Angebote; Umbrüche im Verhältnis der Geschlechter. Frauenseelsorge trägt dazu bei, dass sich die katholische Kirche in der Gegenwart verortet und mit ihrer Botschaft Profil gewinnt.

Frauenseelsorge steht im Dienst der Spiritualität von Frauen.

Spiritualität als Quelle des Lebens ist der Frauenseelsorge ein durchgängiges Anliegen. Sie macht sich der Gegenwart des Geistes Jesu Christi in den Zeichen der Zeit auf die Spur. Frauenseelsorge vertieft die Kenntnisse von Frauen bezüglich der Sakramente, entwickelt Wortgottesfeiern und gestaltet im Sinne einer missionarischen Pastoral Rituale, die Menschen an der Schwelle von Kirche ansprechen.

Frauenseelsorge fördert Sprachfähigkeit in Glaubensfragen.

Das Evangelium will heute zu Wort kommen in einer Kultur, die sich säkular versteht, zugleich aber ein offenes Ohr für Anliegen des Christentums hat. In der gegenwärtigen Pluralität von Weltanschauungen und Konfessionen den Glauben zum Thema zu machen, ist nicht immer leicht. Vielerorts macht diese Herausforderung sprachlos. Frauenseelsorge stellt sich dieser Herausforderung und arbeitet an einer Sprache, die im Heute handlungsfähig macht.

Konkret
Frauenmystik

Ein Augenmerk der Arbeitsstelle liegt auf der Frauenmystik. Im Jahr 2006 feierten wir den 750. Geburtstag der Hl. Gertrud von Helfta sowie im Jahr 2007 den 800. Geburtstag Elisabeths von Thüringen und Mechthilds von Magdeburg. Im Jahr 2012 wurde Hildegard von Bingen heilig gesprochen und zur Kirchenlehrerin ernannt. Mit den Mystikerinnen kommt die Gottesrede von Frauen der Geschichte verstärkt zum Tragen.


„Das Gebet hat große Macht,
das ein Mensch verrichtet mit seiner ganzen Kraft.
Es macht ein bitteres Herz süß, ein trauriges Herz froh,
ein armes Herz reich, ein törichtes Herz weise,
ein zaghaftes Herz kühn, ein schwaches Herz stark,
e
in blindes Herz sehend, eine kalte Seele brennend.
Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz, es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem Gott der Fülle."

(Mechthild von Magdeburg)


Blickpunkt: Frauen in Armut und Bedrängnis

Von Armut sind viele Frauen und Kinder hart betroffen. Aufgabe von Frauenseelsorge ist es, Ursachen zu benennen und auf ihre Beseitigung hinzuwirken. Armut ist eine Form von Gewalt, die weltweit häufig zum Tod führt.

In Kooperation von Frauen und Männern geht es darum, Gewalt zu überwinden und ein Leben im Zeichen von Frieden und Gerechtigkeit zu ermöglichen. Freude und Hoffnung, Trauer und Angst von Frauen, denen es in der Not des Lebens die Sprache verschlägt, rücken hier in den Mittelpunkt.

Konkret
Weltgebetstag der Frauen
informiert beten - betend handeln

Der Weltgebetstag der Frauen ist weltweit die größte ökumenische Basisbewegung. In über 170 Ländern wird am ersten Freitag im März ein Gottesdienst gefeiert, dessen Liturgie jedes Jahr Frauen eines anderen Landes vorbereiten. Zahlreiche Veranstaltungen erschließen Lebenssituationen und Glaubenshoffnungen der Menschen des jeweiligen Landes. Der WGT stärkt die ökumenische Sprach- und Handlungsfähigkeit von Frauen und fördert weltweit innovative Frauenprojekte.

Die katholische Frauenseelsorge ist durch drei Delegierte im Deutschen WGT-Komitee vertreten, das über die Förderung von Projekten und die deutschsprachige Fassung der Liturgie entscheidet.


Blickpunkt: Religiöse Erziehung

Zukunftsfähigkeit gewinnt die Kirche auch in der religiösen Erziehung, die Frauen und Männer in den Familien und in den Gemeinden vor Ort leisten. Frauenseelsorge fördert die Sprachfähigkeit, die Christinnen und Christen für die Erziehung ihrer Kinder benötigen.
Auf diesem Weg werden ethische Perspektiven und christliche Werte in den gesellschaftlichen Diskurs eingebracht.

Blickpunkt: Qualifizierung im Ehrenamt

Die hauptamtliche Arbeit der Frauenseelsorge steht auch im Dienst der ehrenamtlichen Tätigkeit von Frauen und Männern. Sie eröffnet Räume der Information, Vernetzung und Kommunikation, die Kräfte bündelt und Orientierung ermöglicht.

Qualifikationsangebote der Frauenseelsorge zielen darauf, dass Ehrenamtliche ihre Arbeit kompetent, situationsgerecht und verantwortlich ausüben können.

Konkret
Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauenverbände und Frauengruppen

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauenverbände und -gruppen ist als freier Zusammenschluss von derzeit 19 katholischen Frauenverbänden oder Frauengruppen in gemischten Verbänden bundesweit tätig. Die Mitglieder arbeiten großenteils ehrenamtlich und bringen aus dem Geist des Evangeliums ihre Kompetenzen ein. Sie setzen sich im Blick auf die weltweite Situation von Frauen für gerechte Lebensbedingungen sowie für gerechte Teilhabe von Frauen an Verantwortung und Macht in Kirche und Gesellschaft ein.
Die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge kooperiert vielfältig mit der Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauenverbände und -gruppen.


Blickpunkt: Visionen folgen - Leitung ausüben

In Zeiten des Umbruchs sind Visionen gefragt, die verborgene Zeichen der Hoffnung benennen und sie in pastoralen Konzepten zum Tragen bringen. Katholikinnen setzen sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein. Sie vertreten spezifische Perspektiven in Kirche und Gesellschaft, die in Veränderungsprozessen weiterführend sind. Daher übernehmen Frauen in den letzten Jahren verstärkt Leitungsfunktionen und bringen das visionäre Potential von Frauen in Kirche und Gesellschaft ein.

Konkret
Frauen in verantwortlichen Positionen

Seit 2007 bietet die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz regelmäßig die Weiterbildung „Führen und Leiten. Weiterbildung für Frauen in verantwortlichen Positionen der Katholischen Kirche“ an. Diese besteht aus mehreren Modulen im Themenfeld „Mystik, Macht und Management“.

 

 

 


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